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Geteilte Speisen – Großzügigkeit und Gemeinschaft in Iran

Geteilte Speisen – Großzügigkeit und Gemeinschaft in Iran

Wenn die Suppe für einen mehr reichen muss

Nicht jeder Gast kündigt sich an.

Manchmal steht plötzlich jemand vor der Tür, während das Essen längst auf dem Herd steht. Es wurde für die Familie gekocht, nicht für einen weiteren Menschen. Vielleicht ist genug da. Vielleicht eigentlich auch nicht.

Und dann geschieht etwas sehr Einfaches: Man stellt einen weiteren Teller auf den Tisch.

Im Zweifel bekommt jeder etwas weniger. Es kommt mehr Brot dazu. Eine Suppe oder ein Eintopf lässt sich vielleicht noch ein wenig verlängern. In Iran kennt man diese Haltung gut: Ein Gast soll nicht deshalb hungrig bleiben, weil man nicht mit ihm gerechnet hat.

Das Entscheidende daran ist nicht die Menge des Essens. Es ist die Bereitschaft, das Vorhandene so zu teilen, dass es für einen Menschen mehr reicht.

Damit beginnt eine Geschichte, die weit über Gastfreundschaft hinausgeht.

Speisen werden in Iran aus sehr unterschiedlichen Gründen geteilt. Man bewirtet einen Gast, bringt Nachbarn etwas vorbei, unterstützt Menschen, denen es schlechter geht, oder kocht aus einem religiösen Anlass für andere. Manchmal reicht eine Familie einen Teller weiter, manchmal stehen Menschen gemeinsam vor gewaltigen Töpfen und bereiten Hunderte Portionen zu.

Die Gründe dafür sind verschieden. Sie können familiär, gesellschaftlich, moralisch oder religiös sein. Nicht jede Form des Teilens hat denselben Ursprung und nicht jede geteilte Mahlzeit besitzt dieselbe Bedeutung.

Doch immer wieder steht im Mittelpunkt etwas erstaunlich Konkretes:

 

Eine Speise, die man besitzt, verlässt den eigenen Tisch und erreicht einen anderen Menschen.

Teilen, wenn Nahrung einen anderen Wert besitzt

Heute ist es leicht, Großzügigkeit mit Überfluss zu verbinden.

Wer einen vollen Kühlschrank besitzt, kann etwas abgeben. Wer ohnehin für zwölf Personen gekocht hat, bekommt meist auch eine dreizehnte satt.

Historisch war Nahrung jedoch wesentlich stärker von Ernten, Jahreszeiten, regionaler Verfügbarkeit und den wirtschaftlichen Möglichkeiten einer Familie abhängig. Getreide und Brot, später in vielen Regionen auch Reis, Fleisch, Hülsenfrüchte, Öl oder andere Vorräte besaßen einen sehr unmittelbaren Wert.

Das verändert auch die Bedeutung des Teilens.

Wer von einer reich gedeckten Tafel etwas weitergibt, gibt von seinem Besitz. Wer dagegen selbst nur wenig besitzt und davon einen Teil abgibt, verzichtet möglicherweise auf etwas.

Vielleicht liegt darin einer der Gründe, weshalb Brot ein so starkes kulturelles Bild werden konnte. Es ist kein abstrakter Wertgegenstand. Brot wird gegessen. Wer sein Brot teilt, teilt etwas, das er selbst gebrauchen könnte.

Auch in persischen Redewendungen begegnet uns dieser Gedanke. Nān-o namakنان و نمک, Brot und Salz – steht für weit mehr als zwei einfache Lebensmittel. Wer Brot und Salz eines anderen gegessen hat, ist mit ihm auf besondere Weise verbunden.

Hier interessiert uns jedoch weniger die Redewendung als das Bild dahinter:

 

Zwei Menschen sitzen an einer Mahlzeit, und einer teilt mit dem anderen, was vorhanden ist.

Wer wenig hat, teilt anders

Dazu passt eine etwas unbequeme Beobachtung, die in unterschiedlichen Formen auch sprichwörtlich begegnet: Von dem Wenigen eines Armen scheint manchmal leichter etwas abzugehen als von dem Vielen eines Reichen.

Die genaue Rechnung dahinter ist natürlich keine mathematische.

Die Hälfte eines Brotes und ein kleiner Teil eines großen Vermögens lassen sich nicht einfach miteinander vergleichen. Der Gedanke zielt vielmehr darauf, dass der Wert einer Gabe nicht allein an ihrer Größe gemessen werden kann.

Wer hundert besitzt und zehn gibt, besitzt anschließend noch neunzig.

Wer zwei besitzt und eines teilt, hat nur noch eines.

Gerade die persische Literatur beschäftigt sich immer wieder mit diesem Gegensatz zwischen Besitz und Charakter. Bei Saadi von Shiraz wird Freigebigkeit nicht zufällig zu einem großen moralischen Thema. Sein im 13. Jahrhundert entstandener Bustan widmet ein ganzes Kapitel der Wohltätigkeit und Großzügigkeit.

Ein besonders schöner Gedanke Saadis lautet:

کرم بین و لطف خداوندگار
گنه بنده کرده‌ست و او شرمسار

Sinngemäß lässt sich darin lesen: Sieh die Großzügigkeit und Güte des Herrn – der Diener hat gefehlt, und doch zeigt sich Güte.

Für unseren Zusammenhang ist weniger die theologische Ebene entscheidend als Saadis immer wiederkehrende Beschäftigung mit karamکرم, Großzügigkeit und Freigebigkeit. Ein Mensch zeigt seinen Wert nicht nur dadurch, was er besitzt, sondern auch dadurch, wie er mit anderen umgeht.

Noch näher an unserem Thema liegt ein berühmter Gedanke aus Saadis Golestan:

تو کز محنت دیگران بی‌غمی
نشاید که نامت نهند آدمی

Sinngemäß:

„Wenn dich die Not der anderen nicht berührt, verdienst du es nicht, Mensch genannt zu werden.“

Die Zeilen gehören zu Saadis berühmter Passage über die Verbundenheit der Menschen miteinander. Sie sprechen nicht ausdrücklich vom Essen. Deshalb sollten wir aus ihnen auch keinen kulinarischen Vers machen. Aber sie erklären etwas von der Haltung, die hinter dem Teilen stehen kann.

Und dann sind wir wieder bei unserer Suppe.

Vielleicht ist die Portion, die ein wohlhabender Gastgeber von einer großen Tafel abgibt, kostbarer als die einfache Suppe einer armen Familie.

Vielleicht aber bedeutet die kleinere Gabe für denjenigen, der sie gibt, wesentlich mehr.

 

Großzügigkeit beginnt nicht zwangsläufig beim Überfluss.

Die große Tafel – wenn Geben auch Macht bedeutet

Die andere Seite gehört ebenfalls zur Geschichte.

Große Festmahle und großzügige Bewirtung konnten in Iran Wohlstand, Rang und gesellschaftliche Stellung sichtbar machen. Wer viele Menschen bewirten konnte, zeigte damit nicht nur Großzügigkeit, sondern auch, dass er über die notwendigen Mittel verfügte.

Aus der Qajar-Zeit ist beispielsweise gut dokumentiert, wie stark Speisen, Gastlichkeit und gesellschaftlicher Status miteinander verbunden sein konnten. Wohlhabende Haushalte besaßen teilweise unterschiedliche Bereiche für das private Familienleben und die Bewirtung von Gästen; auch Umfang und Gestaltung einer sofreh konnten Anlass und Stellung widerspiegeln.

Damit begegnen wir einer Welt, die wir bereits aus den großen Erzählungen des Schahname kennen: Das Festmahl eines Herrschers ist niemals nur eine Ansammlung von Speisen. Es kann Ehre ausdrücken, Bündnisse begleiten, Gäste auszeichnen und Macht sichtbar machen.

Doch genau hier lohnt sich der Blick zurück auf die einfache Mahlzeit.

Ein König kann hundert Menschen bewirten.

Eine Familie kann ihr letztes Brot teilen.

Beides ist Geben. Aber es erzählt nicht dieselbe Geschichte.

 

Die persische Vorstellung von Großzügigkeit lässt sich deshalb nicht allein daran messen, wie voll eine Tafel ist. Ebenso wichtig ist die Frage, was eine Gabe für denjenigen bedeutet, der sie weitergibt.

Nazr – wenn eine Speise zur religiösen Gabe wird

Eine weitere und bis heute sehr sichtbare Form des Gebens begegnet uns in Iran mit Nazr – نذر.

Nazr bezeichnet zunächst ein religiöses Gelübde beziehungsweise eine Verpflichtung, die ein Mensch aus seinem Glauben heraus übernimmt. Sie kann mit einer Bitte, einem Dank oder einem persönlichen Anliegen verbunden sein.

Eine besonders bekannte Form ist die Zubereitung und Verteilung von Nazri – نذری: Speisen, die im Zusammenhang mit einem solchen Gelübde gekocht und an andere weitergegeben werden.

Und spätestens hier wird ein religiöser Gedanke zu etwas ausgesprochen Kulinarischem.

Denn eine Speise entsteht nicht durch eine Absicht allein.

Reis muss gewaschen werden. Hülsenfrüchte werden vorbereitet. Zwiebeln müssen geschnitten werden. Safran wird aufgegossen. Fleisch oder Gemüse wird gekocht. Große Töpfe werden aufgestellt, Zutaten eingekauft und Portionen vorbereitet.

Menschen helfen einander.

Und am Ende ist ein wesentlicher Teil dessen, was gekocht wurde, nicht für diejenigen bestimmt, die am Herd standen.

Er wird weitergegeben.

Genau darin unterscheidet sich Nazri auch von einem gewöhnlichen gemeinsamen Essen. Für gläubige Menschen erschöpft sich die Bedeutung der Speise nicht darin, dass jemand davon satt wird. Das Kochen und Verteilen selbst gehört zur religiösen Handlung.

Trotzdem bleibt es eine echte Mahlzeit.

 

Und gerade diese Verbindung macht Nazri für unseren Blick auf die iranische Esskultur so interessant.

Sholeh Zard, Ash und Gheymeh – Speisen zum Weitergeben

Bestimmte Gerichte begegnen im Zusammenhang mit Nazri besonders häufig.

Eines der bekanntesten ist Sholeh Zard – شله‌زرد, der intensiv gelbe persische Safran-Reispudding. Reis, Zucker, Safran und Rosenwasser ergeben eine Speise, deren Duft und Farbe unverwechselbar sind. Häufig wird die Oberfläche mit Zimt, Mandeln oder Pistazien verziert.

Auch Ash, verschiedene Reisgerichte und besonders Khoresh Gheymeh werden in Iran in großen Mengen als Nazri zubereitet. Welche Speise gekocht wird, kann sich nach Anlass, Region, Familie und persönlicher Tradition unterscheiden.

Dass gerade bestimmte Gerichte dafür geeignet sind, hat auch eine praktische Seite.

Ein großer Topf Gheymeh lässt sich für viele Menschen kochen. Reis kann in erheblichen Mengen zubereitet und portioniert werden. Ein Ash kann in einem Kessel entstehen, dessen Dimensionen mit einer gewöhnlichen Familienküche kaum noch etwas gemeinsam haben.

Aber praktische Eignung erklärt nicht alles.

Mit solchen Speisen verbinden sich Erinnerungen.

Vielleicht kennt jemand Sholeh Zard als Nazri seit seiner Kindheit. Vielleicht wurde Gheymeh in der eigenen Familie über viele Jahre für denselben Anlass gekocht. Vielleicht erinnert der Duft von Safran oder gebratenen Zwiebeln an Menschen, mit denen man früher gemeinsam vor einem großen Topf stand.

 

Dann ist ein Gericht gleichzeitig Rezept, Erinnerung, Gemeinschaft und religiöse Gabe.

Muharram – wenn gemeinsames Kochen Teil religiösen Lebens wird

Besonders sichtbar wird die Ausgabe von Nazri während des islamischen Monats Muharram.

Für schiitische Muslime besitzt vor allem Ashura eine zentrale Bedeutung. Der Tag erinnert an den Tod Imam Husseins, eines Enkels des Propheten Mohammed, und seiner Gefährten in der Schlacht von Karbala im Jahr 680.

Im schiitisch geprägten Iran haben sich um diese Erinnerung über Jahrhunderte zahlreiche religiöse und gesellschaftliche Formen entwickelt. Dazu gehört auch die Zubereitung und Verteilung von Speisen.

Für unseren Blick ist dabei vor allem interessant, was rund um die Küche geschieht.

Menschen kaufen Zutaten oder beteiligen sich an den Kosten. Andere schneiden Zwiebeln, bereiten Reis vor oder rühren stundenlang in großen Kesseln. Wieder andere füllen die fertigen Speisen in Portionen und verteilen sie.

Aus einer religiös motivierten Gabe entsteht dadurch zugleich eine gemeinschaftliche Tätigkeit.

Und der Kreis derjenigen, mit denen eine Mahlzeit geteilt wird, verändert sich.

Am Familientisch kennt man die Menschen, für die man gekocht hat.

Beim unerwarteten Gast weiß man zumindest, wer den zusätzlichen Teller bekommt.

Bei einer größeren Nazri-Ausgabe kann die fertige Portion dagegen bei einem Menschen landen, den der Koch noch nie gesehen hat.

 

Und trotzdem war diese Portion von Anfang an für jemanden bestimmt.

Wenn Religion und Alltag aus demselben Topf schöpfen

An dieser Stelle könnte man beginnen, iranische und islamische Traditionen säuberlich voneinander trennen zu wollen.

Für das Verständnis des Essens würde uns das jedoch kaum weiterbringen.

Die Islamisierung hat Iran tiefgreifend geprägt. Gleichzeitig verlief kulturelle Beeinflussung über die folgenden Jahrhunderte keineswegs nur in eine Richtung. Persische Sprache, Literatur, Wissenschaft, Verwaltung und gesellschaftliche Vorstellungen prägten ihrerseits große Teile der islamischen Welt. Die persische Sprache entwickelte sich neben dem Arabischen zu einem bedeutenden Medium islamischer Kultur.

Für unseren Blick auf die Küche genügt jedoch eine viel einfachere Beobachtung:

Religiöses Leben findet nicht außerhalb des Alltags statt.

Wenn mehrere Generationen gemeinsam Nazri kochen, Nachbarn helfen, Familienrezepte verwendet werden und die fertigen Portionen anschließend weitergegeben werden, treffen religiöse Handlung, familiäre Erinnerung und iranische Esskultur unmittelbar aufeinander.

Wir müssen daraus keine Geschichte der Beziehungen zwischen Persien und Islam machen.

Es reicht, in den Topf zu schauen.

 

Dort liegen die Zutaten längst nebeneinander.

Nicht jede geteilte Mahlzeit ist Nazr

Umgekehrt wäre es falsch, jede Form des Teilens von Speisen in Iran religiös zu erklären.

Menschen geben aus vielen Gründen.

Kheyriye – خیریه bezeichnet Wohltätigkeit beziehungsweise karitative Tätigkeiten. Menschen können Bedürftige mit Lebensmitteln oder fertigen Mahlzeiten unterstützen, ohne dass dahinter ein persönliches Nazr steht.

Daneben existiert die ganz private Hilfe.

Eine Familie unterstützt Verwandte. Nachbarn bringen einander etwas zu essen. Jemand kocht für einen kranken Menschen. Eine große Portion wird auf mehrere Haushalte verteilt. Manchmal gibt es überhaupt keinen besonderen Anlass.

Und schließlich gibt es noch immer unseren unerwarteten Gast.

Er bekommt keinen Teller, weil ein Gelübde erfüllt werden muss.

Er bekommt ihn, weil er da ist.

Von außen sieht die Handlung ähnlich aus: Ein Mensch gibt einem anderen etwas zu essen.

Ihre Bedeutung kann dennoch vollkommen verschieden sein.

Gerade deshalb sollten wir diese Formen nicht miteinander vermischen. Ihre Vielfalt zeigt vielmehr, wie viele Bereiche des Lebens eine scheinbar einfache Handlung berühren kann.

Geben muss nicht groß sein

Große Gesten bleiben leichter in Erinnerung.

Ein riesiger Kessel Nazri ist sichtbar.

Ein königliches Festmahl war sichtbar.

Eine öffentliche Essensausgabe ist sichtbar.

Die Hälfte eines Brotes weiterzugeben, sieht dagegen kaum jemand.

Vielleicht liegt gerade darin eine der interessantesten Seiten der Großzügigkeit.

Sie lässt sich nicht zuverlässig in Kilogramm Reis, Anzahl der Portionen oder dem Wert der verwendeten Zutaten messen.

Derjenige, der einen großen Topf finanziert, kann großzügig sein.

Derjenige, der stundenlang beim Kochen hilft, kann ebenfalls etwas geben.

Derjenige, der Portionen verteilt, gibt seine Zeit.

Und jemand, der selbst wenig besitzt, gibt vielleicht nur einen Teller – aber einen Teller, der ihm anschließend selbst fehlt.

Damit kehrt die etwas bissige alte Vorstellung zurück:

Es kann leichter sein, viel zu besitzen, als vom Vielen etwas abzugeben.

Ob das immer stimmt, ist gar nicht entscheidend.

Als menschliche Beobachtung stellt der Gedanke eine Frage, die wesentlich interessanter ist:

 

Bemisst sich Großzügigkeit daran, was der Empfänger bekommt – oder auch daran, worauf der Gebende verzichtet?

Eine Portion für jemand anderen

Damit kommen wir zurück in die Küche vom Anfang.

Der Topf steht auf dem Herd.

Eigentlich wurde für eine bestimmte Zahl von Menschen gekocht.

Dann kommt jemand dazu.

Natürlich ist daraus kein unveränderliches Gesetz für jedes iranische Haus und jede Familie zu machen. Iran ist vielfältig, Familien sind verschieden und gesellschaftliche Gewohnheiten verändern sich.

Aber das vertraute Bild von einer Mahlzeit, die im Zweifel auch für einen Menschen mehr reichen soll, führt erstaunlich gut durch die unterschiedlichen Formen des Teilens.

Wir begegnen ihm in der Gastgabe.

Wir finden den Gedanken der Großzügigkeit in der klassischen persischen Literatur.

Wir sehen ihn in der Unterstützung anderer.

Und eine besondere religiöse Form erhält das Weitergeben von Speisen im Nazr.

Die Beweggründe unterscheiden sich. Ihre Geschichte unterscheidet sich. Selbst die Bedeutung der Speise ist nicht dieselbe.

Doch am Ende geschieht immer wieder etwas sehr Einfaches:

Jemand nimmt Nahrung, die er besitzt oder zubereitet hat, und bestimmt einen Teil davon für einen anderen Menschen.

Vielleicht ist es ein aufwendig gekochtes Gheymeh.

Vielleicht eine Schale Sholeh Zard, deren Duft nach Safran und Rosenwasser schon beim Öffnen des Deckels aufsteigt.

Vielleicht ist es nur ein Stück Brot.

Oder vielleicht ist es tatsächlich eine Suppe, die ein wenig dünner geworden ist, damit am Tisch niemand ohne Teller bleiben muss.

Denn Großzügigkeit beginnt nicht erst dort, wo mehr als genug vorhanden ist.

Manchmal beginnt sie mit der Entscheidung, dass das, was da ist, auch für einen mehr reichen soll.

 
 

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